Page 17 - Miteinander + Füreinander - 01 / 2020
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Wir mittendrin




        dent*innen.  Mithilfe  einer Namensliste, die die
 Unser Team PflegePersonal parat im    Uni Marburg zur Verfügung gestellt hatte, wur-  Unsere Präventionskräfte
        den anfangs mögliche Kandidaten kontaktiert
                                                   sorgen für Sicherheit im UKGM
 Ausnahmezustand  und gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, im
        „Corona-Pool“ zu arbeiten. Später hatten Inte-
        ressenten auch via Mundpropaganda von den
        Stellenangeboten gehört: „Der Bekanntheit der  Unsere Präventionskräfte führen die Einlasskon-
        Schwesternschaft hat das auf jeden Fall einen  trollen am Klinikum durch. Zugeordnet sind sie
        neuen Schub gegeben.“ Vielen war der sozi-  dem neuen „Präventions-Pool“, ins Leben geru-
 In den letzten Wochen und Monaten hat unser   ale Aspekt bei ihrer Entscheidung für den Job  fen innerhalb von anderthalb Wochen mitten in
 Team PflegePersonal parat Großes geleistet.   wichtig, sagt Louisa Pitz vom Team PPP: „Die  der Corona-Krise. Als die totale Besuchssperre
 In kürzester Zeit hat das Team mit mehr als   Hilfsbereitschaft war sehr groß.“ Die Studieren-  an den Krankenhäusern eingeführt wurde,
 50 neuen Pflege(hilfs-)kräften eine Grundlage   den wollten in dieser außergewöhnlichen Zeit  musste dafür Sorge getragen werden, dass nur
 geschaffen, um die Kliniken und Gesundheits-  Sinnvolles tun und konnten zugleich viel für ihr  diejenigen Personen das Gebäude betreten, die
 einrichtungen auf den COVID-Stationen zu   späteres Berufsleben lernen.   dafür eine Berechtigung hatten.
 unterstützen. Zudem entlastete das Team PPP   Die größte Herausforderung für das Team Pfle-  Das UKGM managte dies anfangs in Eigenregie,
 mit fast 60 Präventionskräften das Universi-  gePersonal parat war die Bürokratie. „Wir hat-  gab aber bald der DRK Schwesternschaft den
 tätsklinikum Marburg und Gießen bei den Ein-  ten enormen Zeitdruck“, erinnert sich Louisa  Auftrag, diese Aufgabe zu übernehmen. Fast 60
 lasskontrollen. Diese waren und sind nötig, um   Pitz. Viele Verträge wurden extrem kurzfristig  neue Mitarbeiter versehen inzwischen an acht
 die Patienten vor dem Virus zu schützen. Dabei   geschlossen – „zum Teil mit Vertragsbeginn  Eingängen  des  Uniklinikums  ihren  Dienst  –  in
 wurde das Team von Kolleg*innen unterstützt,   am folgenden Tag“. Die Stellen waren zunächst  zwei Schichten jeweils von 6 bis 13 und von 13
 die normalerweise einer ganz anderen Tätigkeit   befristet für drei Monate ausgeschrieben, dann  bis 19.30 Uhr. Hinein darf nur, wer einen wichti-
 nachgehen oder sich sogar in Elternzeit befinden.  relativ schnell  für einen Zeitraum  von sechs  gen Grund hat. Neben Patienten und Personal
 Namentlich sind die helfenden Hände Christiane Kempf,   sind dies autorisierte Besucher*innen mit einer
 Was  sich  genau  hinter  diesen  zusätzlichen   Valeska Schneider, Maren Alberth und Karsten Stingl   Monaten, denn die Nachfrage war da. Der Groß-
 Dienstleistungen verbirgt, haben wir für Sie im   sowie Anna Munz, Silvia Baumgärtel, Annett Holland   teil der neuen Pflegekräfte ist auf verschiedenen  entsprechenden Bescheinigung, Notare, Pfar-
 Folgenden zusammengefasst.  und Louisa Pitz.  Stationen im Marburger Uniklinikum eingesetzt,  rer, Dolmetscher und ähnliche. „Die Anweisun-
        denn die COVID-Station war nur für die Akutzeit  gen werden immer diffiziler“, erklärt Christiane
        eingerichtet. Der Bedarf war dennoch vorhanden  Kempf, die gemeinsam mit Karsten Stingl den
        und viele der neuen Kräfte haben ihre Verträge  „Präventions-Pool“ an den Start gebracht hat.
 Unser „Corona-Pool“:   auch  schon  verlängert,  berichtet  Louisa  Pitz.   Die Mitarbeiter sind überwiegend Medizinstu-
 Wir sind bereit,    Aber man merke langsam, dass der Uni-Betrieb   dent*innen, doch medizinische Kenntnisse sind
 wenn der Crash kommt  nun wieder hochfährt: „Die Student*innen sind   beim „Dienst an der Pforte“ nicht das Wich-
        nicht mehr ganz so flexibel, müssen sich wie-  tigste. „Man muss höflich und kommunikativ
        der mehr aufs Lernen konzentrieren und können   sein und auch mal Nein sagen können“, erklärt
        weniger Dienste übernehmen.“
 Wie viele Menschen werden sich mit dem Coro-      Kempf, die selbst schon Schichten übernom-
 na-Virus infizieren, wie viele qualifizierte Kräfte   Auch bei den Verwaltungsmitarbeitern im Pfle-  men hat. Stressig sind die Bereiche Hauptein-
 braucht man für die Pflege von Schwerst-   gepool hat sich die Arbeit wieder normalisiert.  gang und Notaufnahme. „Je freundlicher und
 erkrankten? Gedanken über Fragen wie diese   „Wir müssen nicht mehr so viel planen, vieles  bestimmter man ist, desto besser klappt es –
 hat sich unser Team PflegePersonal parat schon   wird von den Mitarbeitern mit der Klinik selbst  unsere Leute mussten sich aber auch schon
 relativ früh gemacht. Schnell war klar, dass die   abgesprochen“, sagt Louisa Pitz. Was bleibt, ist  beschimpfen lassen.“ Die Präventionskräfte
 Zahl der Pflegekräfte aufgestockt werden und   das Gefühl, trotz allem Stress auch in der Coro-  unterstützen sich gegenseitig, arbeiten sich
 diese dann auf den COVID-Stationen eingesetzt   na-Krise gute Arbeit geleistet zu haben: „Es ist  ein und kommunizieren untereinander zum Bei-
 werden sollen. Falls der Crash kommt, wollten   schön zu sehen, dass man etwas machen kann,  spiel über eine WhatsApp-Gruppe; neue Infor-
 wir genügend Leute griffbereit haben. Aber   das kranken Menschen hilft – dass man system-  mationen schickt ihnen die Schwesternschaft
 dann stieg der Bedarf doch von heute auf mor-  relevant ist in der Krise und auch für andere rele-  in Rundmails, damit alle auf demselben Stand
 gen. Innerhalb weniger Wochen mussten neue   vant“, sagt Louisa Pitz.  sind. Drei Leute verstärken den Bereich Steri-
 Mitarbeiter*innen gefunden und eingestellt wer-  Unser Dank gilt allen neuen Mitarbeiter*innen,   lisation, wo der Arbeitsaufwand aufgrund von
 den, Unterlagen beschafft, Verträge geschrie-  dem gesamten Team PPP und dem UKGM für   Corona deutlich gestiegen ist.
 ben und unterzeichnet werden. Das hat Zeit   die gute Zusammenarbeit.  Wie lange der Bedarf noch gegeben ist, weiß
 gekostet und viele Kräfte gebunden – und doch     derzeit niemand, doch momentan werden noch
 ist es gelungen.                                  neue Präventionskräfte gesucht, weil die Stu-

 Mehr als 50 neue Pflege(hilfs-)kräfte hat das     denten durch Klausuren und Fabulaturen zeit-
 Team für den neuen „Corona-Pool“ einge-           lich mehr eingespannt sind.
 stellt – die meisten von ihnen sind Medizinstu-

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