Solferino-Fackel macht Station bei der Marburger DRK-Schwesternschaft

Besonderer Besuch für die DRK-Schwesternschaft Marburg e.V.: Die symbolträchtige DRK-Fackel hat im Rahmen des „Fackellaufs nach Solferino“ bei uns Halt gemacht. Sie soll auf ihrem Weg durch Deutschland ein sichtbares Zeichen der gelebten Gemeinschaft und der Menschlichkeit sein und wurde auch in Marburg von vielen Händen weitergegeben.

„Die Teilnahme am Fackellauf verbindet uns mit den Wurzeln der Rotkreuzbewegung und macht zugleich sichtbar, wie wichtig Solidarität und gesellschaftliches Engagement bis heute sind“, erklärte Oberin Christiane Kempf. Während des Aufenthalts in Marburg gab es verschiedene Aktionen und Begegnungen mit der Fackel. So wurde das „Licht der Hoffnung“ von den Bewohner:innen des Pflegeheims „Haus am alten Botanischen Garten“ begrüßt, die sich zuvor mit der Frage beschäftigt hatten, wie die Rotkreuz-Grundsätze in ihrem persönlichen Alltag sichtbar werden. Auch in der neuen Pflegeeinrichtung „Haus am Lindenplatz“ in Michelbach wurde die Fackel von Hand zu Hand gereicht. 

Rotkreuz-Grundsätze haben im Alltag hohen Stellenwert

Die angehenden Pflegefachkräfte an der Else von Behring Schule hatten eine Präsentation über die Historie und Besonderheiten des Roten Kreuzes und der Schwesternschaft vorbereitet. Darin wurde deutlich, welch hohen Stellenwert die Grundsätze für die Azubis in Pflegesituationen haben – hier wurden insbesondere Neutralität und Menschlichkeit hervorgehoben.

Bereits zum sechsten Mal reist die DRK-Fackel durch Deutschland. Ende Februar hatte sie ihre Reise beim Roten Kreuz in Sachsen begonnen. Von dort aus wird sie von Bundesland zu Bundesland weitergetragen – mit einem Ziel: Solferino in Italien. Dort wird sie am 27. Juni Teil der historischen Fiaccolata, mit der die weltweite Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung jedes Jahr an ihre Geburtsstunde erinnert. Der Schweizer Henry Dunant wurde im Juni 1859 Zeuge des entsetzlichen Leids nach der Schlacht von Solferino. Sein Einsatz für tausende verwundete Soldaten ohne Ansehen der Nationalität und sein Bericht „Eine Erinnerung an Solferino“ führten direkt zur Gründung des Roten Kreuzes (IKRK) 1863.

In Hessen beteiligten sich 14 Rotkreuzgliederungen an dem Fackellauf. Die Marburger Schwesternschaft empfing die Fackel aus der Hand des DRK-Landesverbands aus Wiesbaden und reichte sie an den DRK-Kreisverband Hamm in Nordrhein-Westfalen weiter. Spontan wurde für die Übergabe „auf halber Strecke“ noch eine weitere Rotkreuzgliederung als Station des „Lichts der Hoffnung“ ins Boot geholt: In der DRK-Kindertageseinrichtung in Winterberg wurde die Fackel von einigen Kindern und dem Erzieher-Team mit einem Plakat und selbstgestalteten Kunstwerken freudig begrüßt.