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Pflegekräfteabbau
Der Abbau von Pflegkräften gefährdet die Versorgungsqualität, die Gesundheit der Pflegenden und fördert den Mangel an Nachwuchskräften in der Pflege.
Iris Richter
In den letzten 10 Jahren wird in deutschen Krankenhäusern zunehmend Pflegepersonal abgebaut. Gleichzeitig steigt die Belastung der Pflegekräfte kontinuierlich an. Die Zahlen des statistischen Bundesamtes belegen, dass pflegerische Vollzeitstellen im Zeitraum von 1995-2005 um 13,8% abgebaut worden sind. Im selbigen Zeitraum wurde ärztliches Personal um 19,5% aufgebaut.
Gleichzeitig hat sich die Zahl der stationär zu behandelnden Patienten erhöht, bei immer kürzerer Verweildauer.
Die Belastungszahl der Pflege nach Fällen stieg in 10 Jahren um 15,3 %, während die von Ärzten um 11,5% fiel.
Diese Zahlen schlagen sich auch auf die Stimmung und die Gesundheit der Pflegekräfte nieder.
Derzeit denkt jede fünfte Pflegekraft über einen Ausstieg aus dem Beruf nach, ca. 13% ziehen einen Arbeitgeberwechsel in betracht.
Der Krankenstand in den Pflegeberufen ist höher, als in anderen Berufen. So leiden Pflegekräfte besonders häufig an Muskel-Skelett-Erkrankungen, Erkrankungen des Atemsystems, Verletzungen und psychischen Erkrankungen.
Die Auswirkungen auf die unter diesen Umständen geleistete Pflegequalität ist enorm.
So haben internationale Studien gezeigt, dass die Patientenzufriedenheit sinkt, wenn Pflegkräfte am Burnoutsyndrom leiden.
Andere Studien verdeutlichen, dass es offensichtlich einen Zusammenhang zwischen dem Pflegeschlüssel und der Sterblichkeit der Patienten gibt.
Auf Grundlage einer Untersuchung konnte verdeutlicht werden, dass auf Stationen mit wenig Pflegekräften, die Sterblichkeit um 26% erhöht war. Wenn alle diese Patienten in Krankenhäusern mit den meisten Pflegekräften pro Patient behandelt worden wären, hätte man diese 246 Todesfälle vermeiden können.
Umlagerungen, Mobilisationen, Schmerzmittelverabreichung und Überwachung von operierten Patienten, können nicht mehr in jedem Krankenhaus optimal gewährleistet werden (Pflegthermometer 2007).
Durch die abnehmende Kontakthäufigkeit zwischen Pflegepersonal und Patienten, müssen in über 75% der Einrichtungen Schmerzpatienten länger als 15 Minuten auf die notwendige Gabe von Schmerzmitteln warten.
Wirft man unter diesen Gesichtspunkten einen perspektivischen Blick in die Zukunft des Pflegeberufes, zeigt sich, dass mit großen Nachwuchsschwierigkeiten zu rechnen ist. Bereits heute sind die Bewerberzahlen deutlich geringer als noch vor 10 Jahren. Darüber hinaus ist das Bildungsniveau der Bewerber deutlich gesunken.
Dies ist unter anderem darin begründet, dass der Pflegeberuf aufgrund der hohen Arbeitsbelastung (Leistungsverdichtung) und der unattraktiven Arbeitszeiten, für immer mehr junge Menschen uninteressant ist.
Dem entgegen steht der zukünftig steigende Pflegebedarf einer immer älter werdenden Bevölkerung.
Die USA verzeichnen bereits heute einen schweren Mangel an Pflegekräften und versuchen diesen durch massives Abwerben von Personal aus dem Ausland zu kompensieren.
Da die Pflegeausbildung in Deutschland nicht akademisch ist ( im Gegensatz zu andern Ländern) werden deutsche Pflegekräfte nicht so häufig abgeworben.
Spätestens wenn sich die Akademisierung des Pflegeberufes in Deutschland durchgesetzt hat, wird man sich auch hierzu Lande Gedanken um attraktivere Arbeitsbedingungen für Pflegende machen müssen - nicht zuletzt um potentielle Bewerber mit Hochschulzugangberechtigung für den Beruf und dem dann damit verbundenem Studium, überhaupt gewinnen zu können.
Quelle: www.gesundheitswirtschaft.info/
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